Krankengymnastik

Krankengymnastik

Die primäre Wirkung der Krankengymnastik liegt in der Stärkung der behandelten Muskulatur und Anregung des Stoffwechsels. Häufig kann mit physiotherapeutischen Mitteln eine eingeschränkte Funktion verbessert oder auch ganz wiederhergestellt werden. Daneben wird die Eigenaktivität der Patienten gefördert, um durch eine Änderung der vorher krankhaften zu gesunden Bewegungsmustern eine dauerhafte Besserung zu erzielen.

Die Physiotherapie orientiert sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- bzw. Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die bei der physiotherapeutischen Untersuchung festgestellt werden.

Mit den Patienten werden je nach Diagnosestellung verschiedene gymnastische und/oder neuropathische Übungen durchgeführt, die die Muskulatur und die Funktionsweise von durch Erkrankungen, Fehlstellungen und Verletzungen beeinträchtigten Gelenken, Muskelgruppen und Körperteilen positiv beeinflussen sollen. Dabei befasst sich der Therapeut individuell mit der Person und ihren körperlichen Gegebenheiten, wählt die für den Patienten passenden Übungen aus und lehrt ihn, wie er auch diese Übungen zu Hause weiter nutzen kann, um seine Gesundheit zu verbessern. Die Behandlungen sollten mindestens im Wochenrhythmus durchgeführt werden und zu Hause durch weiteres Üben unterstützt werden.

Krankengymnastik neurologisch (Bobath) KG – ZNS

Im Unterschied zu anderen Therapiekonzepten gibt es im Bobath-Konzept keine standardisierten Übungen. Im Vordergrund stehen individuelle und alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten, die den Patienten in seinem Tagesablauf begleiten. Die Hände der Therapeuten unterstützen den Patienten nur soweit nötig. Zentrales Ziel des Bobath-Konzeptes ist es, die Eigenaktivität des Patienten zu ermöglichen, zu fordern und zu fördern. Ziel ist eine effiziente Haltungs- und Bewegungskontrolle. Diese verbessert das Gleichgewicht des Patienten und gibt ihm mehr Sicherheit in seinem Alltag. Bei Menschen mit schwersten Behinderungen kann dies bedeuten, die Vitalfunktionen wie Herz-Kreislaufstabilität und Wachheit zu sichern. Außerdem erleichtert und unterstützt die Bobath-Therapie pflegerische Maßnahmen.

Als ZNS bezeichnet man das Zentralnervensystem. Hierzu zählen Gehirn und Rückenmark. Betroffene Patienten können Störungen bei der Kraftentwicklung der Muskulatur und der Aufnahme und Verarbeitung von Sinneseindrücken aufweisen. Die Patienten sind häufig beeinträchtigt in der Kontrolle über Haltung und Bewegung sowie in ihrem Gleichgewicht. Sie können Handlungen nur eingeschränkt ausführen. Weiterhin können sie durch Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen, sowie Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsdefizite in ihren Fähigkeiten zur Teilhabe am Leben
beeinträchtigt sein. Persönlichkeitsveränderungen sind ebenfalls möglich.

Das Bobath-Konzept ist ein problemlösender Ansatz in der Befundaufnahme und Behandlung Erwachsener und Kinder mit neurologischen Erkrankungen. Das Konzept wird von Therapeutinnen und Therapeuten der Physiotherapie sowie der Ergotherapie angewandt. Eingesetzt wird das Bobath-Konzept in der Behandlung von Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit zerebralen Bewegungsstörungen, sensomotorischen Störungen und neuromuskulären Erkrankungen wie:

  • Schlaganfall
  • Multipler Sklerose
  • intrazerebraler Blutung
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Erkrankungen des Rückenmarks
  • Enzephalitis, Hirntumoren
  • Morbus Parkinson
  • peripheren Nervenschädigungen